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Long-Positionen oder Short-Positionen – große Investmentchancen in allen Handelsklassen

Trading kann die Welt bedeuten. Von der Aktie über die Anleihen, Futures usw. bis hin zu den Zertifikaten hat jede Handelsklasse/Assetklasse ihren ganz besonderen Zugang und damit meist auch ihre ganz spezifische Plattform. Es gibt u.a. Börsen, Warenterminbörsen, außerbörsliche Plattformen des internationalen Bankenhandels und weitere exotische Märkte. Demnach hat jede „Assetklasse“ auch eigene Regeln.

Historisch niedriges Zinsniveau

Weltweit befinden sich die Zinsen der wichtigsten Währungssräume auf Rekordtiefs. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed), die Bank o England (BoE), die Bank of Canada (BoC), die Schweizer Nationalbank (SNB) und die Europäische Zentralbank (EZB) halten die Zinsen auf Rekordtiefs (die Schweizer Nationalbank und die Dänische Notenbank zum Beispiel haben Negativzinsen eingeführt). Das begünstigt derzeit „noch“ diverse Anlageformen (z.B. die Aktie als die Alternative überhaupt). Doch das Zinsniveau wird nicht ewig im Keller bleiben. Dreht sich die Zinsspirale wieder gen Norden, werden Anlageklassen, wie der Aktienmarkt schnell das Nachsehen haben. Die folgende Grafik visualisiert die Zinsentwicklung in der Eurozone, in den USA und in Großbritannien.

Infografik: Entwicklung der Leitzinsen bei EZB, FED und Bank of England | Statista
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Aktienhandel an den Heimatbörsen

Wenn Anleger/Trader z.B. Aktien national und international handeln möchten, so sollten sie sich eines Brokers bedienen, der möglichst viele internationale Börsenplätze anbietet. Meist empfiehlt es sich, die Wertpapiere an den Heimatbörsen zu handeln. Große Standardwerte aus den weltweit bekannten Indizes, wie z.B. dem DAX, dem Dow Jones usw. können oft auch an mehreren Börsenplätzen gehandelt werden. Beachten Sie beim Handel mit Aktien immer die Liquidität des jeweiligen Wertpapiers. Dort wo die Liquidität am höchsten ist, sollten Sie die Aktie auch immer handeln. Wer Nebenwerte, SmallCaps oder MicroCaps handelt, muss auf solche Regeln besonders achten. Es kommt immer wieder vor, dass Börsenneulinge in einem Trade gefangen sind, weil die Liquidität an ihrem gewählten Börsenplatz plötzlich versiegt und ihre Verkaufsorder dann unausführbar wird.

Anleihehandel auch für Trader ein großer Markt

Auch im Handel mit Anleihen sind Besonderheiten zu respektieren. Die „Bank for International Settlements“ (BIS) gibt z.B. ausreichend Auskunft über einen Markt, der sich allein von 1990 bis 2008 beeindruckend entwickelt hat. So nahm der Handel mit Anleihen an den weltweiten Börsen in diesem Zeitraum um das sechsfache zu, der Bestand an börsengehandelten Anleihen wuchs im gleichen Zeitraum nur um das fünffache. Dieser Unterschied ist besonders auf Umschichtungsbewegungen großer, institutioneller Investoren zurückzuführen, die je nach Marktlage von Aktien zu Renten umschichten. Anleihen sind auch nicht gleich Anleihen. Große Finanzinstitutionen stehen hier nahezu für die Hälfte des kompletten Anleihemarktes. Sie emittieren kurz- und mittelfristige Anleihen – auf diese Weise refinanzieren sich diese Institute im freien Markt. Ein weiterer und immer mehr in den Vordergrund gerückter Anteil am Anleihemarkt ist der Markt mit Regierungsanleihen/Staatsanleihen. Den kleinsten Anteil am weltweiten Anleihemarkt haben die Unternehmensanleihen oder weitere festverzinsliche Wertpapiere. Als Trader haben wir in der Assetklasse „Anleihen/Bonds“ hauptsächlich die Staatsanleihen im Visier. In dieser Handelsklasse ist man meist mit Hilfe von Derivaten oder direkt an den Terminmärkten aktiv.

Handelsplatz Eurex führend

Über die Eurex (European Exchange), die eine der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate (Futures und Optionen) ist, wurden in den letzten Jahren im Schnitt zwei Milliarden Kontrakte gehandelt. Neben Aktien- und Aktienindex-Derivaten, werden an der Eurex auch Zins-, Volatilitäts- und z.B. ETF-Derivate gehandelt. Besonders unter Tradern beliebte Instrumente sind z.B. bei Zinsderivaten Produkte auf die Euro-Schatz-Futures, die Euro-Bobl-Futures und die Euro-Bund-Futures.

Neben den Zinsderivaten, die für gut die Hälfte des Handelsvolumens an der Eurex stehen, können Trader auch Energiederivate handeln, so z.B. CO2-Futures. Man muss aber nicht auf jeder „Party tanzen“! Die US-Terminbörsen bieten aus ihrem bunten Strauß aus Anlagemöglichkeiten auch Wetterkontrakte. Der Markt soll letztlich selbst entscheiden, welche Produkte weiter nachgefragt werden.

Indexhandel nicht nur für Trader von Interesse

Der Markt für den Handel auf Indizes ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. ETFs, Indexfonds, Index-Zertifikate, CFDs, Hebelzertifikate und Optionsscheine. Nahezu alle Möglichkeiten für den Trader, aber auch für den längerfristigen Investor. In dieser Assetklasse wurden und werden von der Finanzindustrie fortwährend Indizes kreiert. Die klassischen Indizes sind z.B. die bekannten Aktienindizes, wie der DAX, der Dow Jones, der NIKKEI225, der TOPIX, der FTSE100, der CAC40, der IBEX, Nasdaq100 und viele mehr. Indexhandel findet ungehebelt oder gehebelt statt. Je nach Anlagehorizont, charttechnisch genutztem Zeitfenster, können Trader Indizes „long“ oder „short“ handeln.

Devisenhandel ist und bleibt Königsklasse

Das Ende von Bretton Woods besiegelte auch das Ende der alten Weltwährungsordnung in den Siebzigern. Seitdem verzeichnete der internationale Devisenhandel einen stetigen Anstieg. 1979 lag der Devisenumsatz pro Handelstag noch bei 413 Milliarden US-Dollar. Rund 30 Jahre später hat man im globalen Handel mit Devisen einen unglaublichen Tagesumsatz an der Foreign Exchange (kurz auch Forex oder FX genannt) zu verzeichnen. Die „Bank for International Settlements“ (BIS) ermittelte für den Monat April 2010 im Vergleich zum April 2007 eine weitere Steigerung. Die täglichen Devisenhandelsumsätze erreichten ein Handelsvolumen von 4 Billionen US-Dollar. 2013 wurde bereits ein „daily turnover“ von 5,3 Billionen US-Dollar ermittelt. Allein diese „Hausnummer“ macht den Devisenhandel zur Königsdisziplin unter allen Assetklassen. Durch diese gigantischen Tagesumsätze sind Kursmanipulationen, wie sie anderen Märkten immer wieder nachgesagt werden, nahezu unmöglich. Insiderwissen gibt es mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls nicht. Außerdem werden alle volkswirtschaftlichen Termine und Daten, die den Devisenhandel betreffen, allen Markteilnehmern zeitgleich publik gemacht – ob privater Trader oder institutioneller Marktteilnehmer – alle haben die gleichen Chancen. Neben all diesen Vorzügen kommt noch der Endloshandel hinzu, da die Foreign Exchange niemals schläft. Sie ist keine zentrale Börse, die man auf einen einzigen Ort oder ein Land reduzieren kann. Die Foreign Exchange ist ein Netzwerk wie ein riesiges, weltweites elektronisches Interbankennetz. Es gibt keine zentrale Handelsaufsicht und auch niemals an mehreren Orten die gleichen Kurse für die gleichen Währungspaare. Der Handel startet am Sonntag mitteleuropäischer Zeit (asiatischer Handelsstart) in der Nacht und endet Freitag mitteleuropäischer Zeit ebenso in der Nacht (US-Handelsende). Ein Markt, der grenzenlos wirkt, der aber jeden unvorbereiteten Trader schnell an seine Grenzen führt.

Foreign Exchange und seine Basiswerte

Die mit Abstand meistgehandelten Währungen sind EUR/USD, USD/JPY, GBP/USD (Cable), USD/CHF (Swissi), USD/CAD (Loonie), AUD/USD (Aussie) und NZD/USD (Kiwi), die als „Majors“ zu bezeichnen sind. Ferner kommen dann noch die „Crossrates“ hinzu – Währungspaare ohne den US-Dollar (USD) – hier sind die wichtigsten Währungspaare EUR/GBP, EUR/CHF, EUR/JPY und GBP/JPY (Guppy). Weitere hervorzuhebende Währungen sind noch die Norwegische Krone (NOK), die Schwedische Krone (SEK), der Südafrikanische Rand (ZAR) und der Singapur-Dollar (SGD). Neben diesen gibt es hin und wieder in Betracht zu ziehende Währungen, wie die Türkische Lira (TRY), den polnischen Zloty (PLN), die tschechische Krone (CZK), den Russischen Rubel (RUB), den brasilianischen Real (BRL). Mit Spannung beobachtet der globale Devisenhandel die Entwicklung beim Chinesischen Renminbi (CNY), der besser auch als Chinesischer Yuan bekannt ist. Ohnehin spielt China im Bereich Devisen eine unstreitig doppelte Rolle. Welches Land hat schon zwei Währungen, (CNY) und Hong Kong-Dollar (HKD) und hortet so gigantische Devisenreserven in US-Dollar und hält dabei auch noch seine Währung künstlich niedrig? Währungskrieg oder nicht Währungskrieg? Obendrein ist die Erkrankung des Patienten namens US-Dollar festzustellen. Kein Land ist so überschuldet. Dennoch bekommen die USA von den drei wichtigsten Rating-Agenturen S&P, Moody´s und Fitch noch beste Noten. Die Verschuldung steigt und steigt ins Unermessliche. Die Grafik basiert noch auf dem Stand von August 2013. Mittlerweile sind die 17 Billionen US-Dollar längst überschritten. Auf der Website www.usdebtclock.org kann man in Echzeit die US-Finazlage begutachten.

Infographic: America’s Debt Ceiling Dilemma | Statista

Quelle
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Rohstoffe nicht nur als Sachwerte gefragt

Der Handel mit Warenterminkontrakten, „Futures and Options“ über die bekannten großen US-Terminbörsen in Chicago, der Chicago Board of Trade (CBOT) und Chicago Mercantile Exchange (CME) ist in den letzten Jahren besonders auch für private Trader in den Vordergrund gerückt. Wer nicht direkt die Kontrakte an den Terminbörsen in Chicago, aber auch in London an der London Metal Exchange (LME), der Intercontinental Exchange (ICE), der London International Financial Futures and Options Exchange (LIFFE) und an weiteren europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Warenterminbörsen handeln will oder bedingt durch hohe Margin-Standards auch dort nicht handeln kann, dem steht der Weg an diese Märkte durch diverse derivative Wertpapiere zur Verfügung. Dies können Derivate in der Form von CFDs sein (Contract for Difference oder auch Differenzkontrakte). Nebenbei können Trader auch Hebelzertifikate und Optionsscheine für den Handel mit Rohstoffen einsetzen. Eher für Investoren (mit einem leicht längerfristigeren Anlagehorizont können zudem noch Exchange Traded Funds (ETFs), Exchange Traded Commodities (ETCs) oder auch Rohstofffonds für die Anlage in Betracht gezogen werden. Für diese Anlagehorizonte eignen sich auch Produkte auf Rohstoffindizes in Form von Zertifikaten oder auch Indexfonds auf Rohstoffindizes. Nebenbei können Basket-Zertifikate ergänzend beigemischt werden. Das reine Trading mit Rohstoffen jedoch ist üblicherweise auf Futures, CFDs und Hebelzertifikate zu beschränken. Die gängigsten Bereiche in der Assetklasse „Rohstoffe“ werden in Agrarrohstoffe, Edelmetalle, Energieträger und Industriemetalle unterteilt. Als Edelmetalle sind Gold, Silber, Platin und Palladium zu nennen. Als Energieträger sind Rohöl der Sorten WTI Light Sweet Crude und Brent Crude Oil als meistgehandelte Rohstoffkontrakte zu nennen, sowie Henry Hub Gas. Als Industriemetalle sind Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn von Bedeutung. Die wichtigsten Basiswerte aus dem Agrarrohstoffsektor sind Bauholz (Random Length Lumber), Baumwolle, Kaffee, Kakao, Lebendrind, Mageres Schwein, Mais, Mastrind, Orangensaftkonzentrat/Frozen Concentrated Orange Juice – FCOJ, Reis, Sojabohnen, Weizen und Zucker. Für weitere Hedging-Strategien nutzen die Profis dann noch z.B. Wetterkontrakte. Ein ebenso breiter Markt mit vielen Trading-Gelegenheiten.